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Wenn Eltern alt werden – Beratung, Betreuung, Bezahlung // ZDF WISO

ZDF
45 Minuten
Autoren: Michael Cordero, Christiane Henningsen und Torben Schmidt
Erstausstrahlung: Montag, 01.10.2018 um 19:25 Uhr im ZDF

Fast jeder Mensch zwischen 40 und 60 erlebt irgendwann diesen Moment: Mama und Papa können nicht mehr wie früher.  Es beginnt mit Kleinigkeiten und plötzlich diskutiert man, ob der Vater wirklich mit 80 noch Auto fahren sollte und wie lange er es noch zuhause alleine schafft. Ihre erwachsenen Kinder sind dann oft überfordert, stehen selber in der Rushhour des Lebens, haben einen Vollzeitjob oder leben viele hundert Kilometer entfernt. Und wer kümmert sich nun um die Eltern?

Etwa die Hälfte aller Männer und zwei Drittel aller Frauen werden im Laufe ihres Lebens  pflegebedürftig, doch nur selten wird in Familien darüber gesprochen, welchen Weg die Betroffenen einschlagen wollen, wenn es soweit ist. Wir begleiten eine Familie ab diesem Punkt. Betreutes Wohnen, Alters-WG, Einzug bei den Kindern oder eine Pflegekraft ins Haus holen – alle Optionen liegen auf dem Tisch. Keine gefällt richtig, aber eine muss es sein. Was tun angesichts von fehlenden Pflegekräften und wenigen Heimplätzen?

Die meisten wollen gerne zu Hause gepflegt werden. Und tatsächlich werden 72% aller Pflegebedürftigen dort betreut. 50 % allein durch ihre Angehörige. Nur 27% kommen vollstationär im Heim unter. Wie teuer ist es die Eltern in Würde leben und pflegen zu lassen? Was kosten die verschiedenen „Pflegemodelle“ im Vergleich?

Übernommen wird die Arbeit von Angehörigen, ambulanten Pflegediensten und sogenannten „Live ins“ – Pflegekräften, die mit den Hilfsbedürftigen zusammen wohnen. Privat ist eine 24h-Pflege Schwerstpflegebedürftiger nicht zu stemmen, mit einer Polin klappt das schon für 2000 Euro im Monat – und die Pflegeversicherung zahlt dazu. Doch ist es fair jemanden zu beschäftigen, der unter Mindestlohn verdient; 24 Stunden immer abrufbereit sein muss? Und was ist mit der Polin? Für die ausländische Pflegekraft ist die Vollzeitpflege im Nachbarland ein Knochenjob; viele von ihnen sprechen von Einsamkeit und Sehnsucht nach ihrer Heimat.

Das Pflegeheim ist für viel Menschen ein Rotes Tuch, zu Recht? Marcus Niehaves zieht für drei Tage ins Altenheim; verschafft sich einen Eindruck:  Was gefällt den Bewohnern hier, was nicht? Was sind für sie die Vorteile? Fühlen sie sich abgeschoben oder sind sie weniger einsam, sogar aktiver?

Was könnte eine mögliche Lösung sein? Sehr populär, aber rar: Die Alten-WG, wie sie der ehemalige Bürgermeister von Bremen, Henning Scherf, propagiert. Der hat schon mit Mitte 50 mit Freunden und Bekannten eine Alten-WG gegründet und wirbt für diese bunte, solidarische Wohnform im Alter. Mehrgenerationenprojekte versprechen Entlastung für die Jungen und Teilhabe für die Alten. Das hat mittlerweile auch die Bundesregierung erkannt und fördert diese Wohnform. Doch oft ist sie eine Frage des Geldes, aber auch der Vorbereitung. Man muss ich schon früh mit dem Thema Altwerden befassen. Und das scheuen viele Menschen.

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