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Leben am Polarkreis. Mit dem Zug durch Schwedens Norden // NDR Länder Menschen Abenteuer

NDR 2016
44 Minuten
Autor: Torben Schmidt
Online: auf ndr.de // auf YouTube

Der nördliche Rand Europas. Menschen, die hier leben, sind aus besonderem Holz geschnitzt. Einsame Weite, lange Winter und in den dunkelsten Monaten des Jahres geht die Sonne überhaupt nicht auf. Aber das Leben am Polarkreis bedeutet auch: intensive Naturerlebnisse, unendliche Ruhe und das wundersame Schauspiel tanzender kosmischer Strahlungen – das Nordlicht.

Der Film verbindet spektakuläre Luftaufnahmen dieser faszinierenden Landschaft mit Geschichten am Boden. Er begegnet Menschen entlang der Bahnstrecke vom schwedischen Luleå bis ins norwegische Narvik, vom bottnischen Meerbusen über den Polarkreis, einmal quer durch Schwedisch-Lappland bis ans fjordgesäumte Nordmeer.

Wir begegnen Menschen wie dem Fischer Lars Okvist, der schon sein ganzes Leben auf einer kleinen, einsamen Insel lebt, die im Winter monatelang vom Packeis eingeschlossen ist. Er kann sich kein anderes Leben vorstellen, als auf einer Insel mit 8 anderen Bewohnern. Ans Festland zieht es ihn nur, wenn es sein muss. Außer im Winter, da ist das Eis nämlich so dick, dass man mit dem Auto übers Meer fahren kann.

Oder Charlotta Rosengren. Sie ist in Göteborg aufgewachsen, trotzdem zog es sie immer in den Norden. Der südschwedischen Großstadt hat sie schon lange den Rücken gekehrt. Für Charlotta ist klar: Meine Tochter soll hier oben am Polarkreis aufwachsen. In einem kleinen Örtchen mit deutlich mehr Polarfüchsen als Einwohnern. Ein paar Mal am Tag hält ein Zug –den restlichen Stunden des Tages gehören der Ruhe.

Ein Stück weiter entlang der Strecke treffen wir Vaikko Tuovinen. Er lebt schon sein halbes Leben unter der Erde. Die Zugstrecke, mitten durch die zerklüfteten, kalten Berge an der Grenze zu Norwegen, wäre wahrscheinlich nie gebaut worden, ohne die Minen von Kiruna. Hier – mitten im Nirgendwo – liegt unter der Erde eines der reinsten Eisenerz-Vorkommen der Welt, Rohstoff für den weltberühmten Schwedenstahl. Jeden Tag rollt das Erz in endlosen Waggonreihen zum Hafen von Narvik, der dank des Golfstroms ganzjährig eisfrei ist.

Fast noch wie seine Vorfahren lebt Magnus Kuhmunen, aber nur fast. Magnus ist Sami. Die Ureinwohner Lapplands leben bis heute von der Rentierzucht, ziehen mit ihren Herden je nach Jahreszeit von den Gletschern des Nordens weiter nach Süden – und im Frühjahr wieder in umgekehrter Richtung. Während vieles dabei noch so ist wie seit Generationen, hat sich anderes durchaus weiterentwickelt. Magnus’ Arbeitsgeräte sind HighTech-Motorschlitten und Mobiltelefon. Per Kopfhörer und Sprechfunk koordiniert er den Herdentrieb.

Siebeneinhalb Stunden braucht der Zug von Meer zu Meer. Dann sind die 473 km durch gefrorene Landschaften, Wälder und einsame Berge zurückgelegt. Schaffner Bertil Marklund fährt diese Strecke mehrmals die Woche und kann sich keine schönere vorstellen. Denn hier, am Rande des Polarkreises ist Raum und Zeit für ganz besondere Begegnungen – mit einer rauen, wundersamen Natur. Und mit den Menschen, die darin leben.

Eine NDR-Dokumentation der „Länder Menschen Abenteuer“-Redaktion

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